Erfolgreiches 3D-Business-Modell für Film und Fernsehen
Thomas Birner führte auf der Exponatic in Köln den Stereo 3D-Workflow vor
Der Stereo 3D-Workflow bei der Aufnahme, Postproduktion sowie der Darstellung von 3D-Produktionen stand im Zentrum des Fachvortrages „Time is Money“, den Thomas Birner, Quantels Director of Sales, Central Europe, am 19. November im Rahmen der Exponatic Köln gehalten hat.
Quantel ist mit weit über 40 Stereo 3D-fähigen Pablo- und iQ-Systemen, die weltweit im Einsatz sind, der Marktführer im Stereo 3D-Bereich. Die Entwicklung dieser stereoskopischen Technologie hat Quantel bereits zahlreiche internationale Auszeichnungen eingebracht.
Bei der Aufzeichnung von 3D-Stereo-Aufnahmen kommt dem von 3ality entwickelten 3FLEX SIP 2100 Bildverarbeitungs-Prozessor, den Quantel weltweit vertreibt, eine Schlüsselfunktion zu. „Mit diesem Stereo Image Prozessor ist es möglich“, erklärt Thomas Birner, „ohne kompliziertes technisches Equipment direkt am Set bereits 3D-Stereo-Aufnahmen zu analysieren und dort dem Kameramann entsprechende Anweisungen zu geben, damit die Postproduktion im Anschluss nicht zu aufwändig wird.“
Auf die Systeme von Quantel setzt auch der britische Pay-TV-Sender British Sky Broadcasting (BSkyB), der Anfang 2009 in Großbritannien Testsendungen mit 3DStereo-Programmen gestartet hat. Eine zentrale Komponente bei den 3D-Tests von Sky ist die Stereo 3D-Version des Enterprise SQ-Servers, den Sky auch für die Ausstrahlung von konventionellen HD- und SD-Programmen verwendet. Zu den ersten Testsendungen, die in Stereo 3D produziert worden sind, gehörten Beiträge aus dem Sportbereich wie Boxen, Fußball oder Rugby. Bei der Postproduktion dieser 3D-Sendungen spielten sowohl das Pablo-System von Quantel als auch der SIP 2100 Bildverarbeitungs-Prozessor eine wichtige Rolle.
Dank dem Einsatz von Quantels Stereo 3D-Technologie konnte das Londoner Produktions- und Postproduktionsstudio Can Communicate die Endbearbeitung eines kompletten 3D-Stereoprogramms für den britischen Sender Channel 4 in nur drei Wochen bewältigen. Ein Highlight 3D-Programms von Channel 4 war der Dokumentarfilm „Die Queen in 3D“, der stereoskopische 3D-Originalaufnahmen von Königin Elizabeth II. Krönungszeremonie von 1953 enthält, die an Quantels Pablo nachbearbeitet worden sind.
Der kurzen Produktions- und Postproduktionszeit von nur elf Wochen verdankt Disney den sensationellen Erfolg seines ersten 3D-Konzertfilms „Hannah Montana“, der am Superbowl-Wochenende 2008 über 29 Mio. Dollar an den amerikanischen Kinokassen eingespielt hat. Da viele Fans keine Karten mehr für diese ausverkaufte Konzerttour erhalten hatten, stürmten sie ins Kino. Noch nie zuvor konnte ein Konzertfilm mit Livemitschnitten und aktuellen Back Stage-Informationen so zeitnah noch während einer laufenden Tournee in 3D Technik realisiert werden.
Bei den Farbkorrekturen und der gesamte DI-Bearbeitung des Materials, das mit acht Pace 3D-Kamerasystemen aufgezeichnet worden war, zeigte sich der 3D-Regisseur Bruce Hendricks von Quantels Postproduktions-Software Stereoskopic 3D begeistert. Diese erlaubte es ihm, beim Schnitt des 3D-Materials das Ergebnis unmittelbar in Echtzeit auszuspielen. Produziert worden ist „Hannah Montana“ von Vincent Pace, der mit seiner Firma Pace in Burbank zu den Pionieren im 3D-Bereich gehört. Gemeinsam mit James Cameron hat er in den letzten acht Jahren an der Entwicklung der stereoskopischen Kamerasysteme für 3D-Aufnahmen gearbeitet.
Dank dieser technischen Entwicklungen konnte der „Titanic“-Regisseur James Cameron mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ den ersten 3D-Live-Action Film produzieren, der seit Mitte Dezember weltweit im Kino läuft. Die Endbearbeitung der effektvollen stereoskopischen 3D-Aufnahmen erfolgte in dem Postproduktionsstudio Modern VideoFilm in Los Angeles, wo drei Pablos im Dauereinsatz waren. „Dort wurden die Qualitätskontrollen, das Conforming sowie die Farbkorrekturen vorgenommen“, berichtet Thomas Birner. Darüber hinaus sind dort die 3D-Live-Action und CGI-Aufnahmen zusammengefügt sowie die Untertitel im 3D-Raum platziert worden. „Bei der Stereo 3D-Postproduktion an Quantels Pablo haben die Operator den großen Vorteil“, betont Thomas Birner, „dass sie ihre 3D-Korrekturen sofort in Echtzeit sehen.“
