Quantel war mit dem Stereo 3D-Workflow Trendsetter auf der NAB
Thomas Birner, Director of Sales, Central Europe and Middle East, über das Marktpotenzial von Stereo 3D
Was war das Top-Thema auf der NAB in Las Vegas? Welche neuen Trends und technischen Entwicklungen haben sich dort abgezeichnet?
Das Trend-Thema in Las Vegas war Stereo 3D - und zwar in jeder Art der Produktion - von der Akquise bis zur Fertigstellung. Für die Produktion von 3D-Filmen werden nicht mehr einzigartige Rigs oder spezielle Kamerasysteme angeboten, sondern der Trend geht in Richtung Standardprodukte. Schon jetzt gibt es verschiedene Kamerasysteme auf dem Markt, die durchaus erschwinglich sind.
Diese Entwicklung vollzieht sich auch im Postproduktionsbereich. Die Postproduktion in Stereo 3D war auch ein Schwerpunkt von Quantel auf der NAB. Wir haben die neuesten Features für High-End-Postproduktionssysteme wie das Colorgrading-System Pablo vorgeführt. Auch im Broadcast-Bereich befindet sich 3D auf dem Vormarsch. Quantel hat mit dem sQ Enterprise-System den kompletten Stereo 3D-Workflow bei der serverbasierten Produktion von News und Sport abgebildet.
Quantel gilt als der Vorreiter im Bereich Stereo 3D. Gibt es neue Innovationen, durch die der 3D-Workflow weiter optimiert wird?
Wir haben eine ganze Reihe von neuen Tools in die Software implementiert, die in der Postproduktion zum Tragen kommen. Die Systeme von Quantel sind in der 3D-Postproduktiom die schnellsten am Markt, was auch ausschlaggebend für den Erfolg von Stereo 3D-Filmen ist. Wir haben in Las Vegas gezeigt, wie jedes einzelne Bild von „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ bei der Bearbeitung an Quantelsystemen den Workflow durchlaufen hat. An drei mit Stereo-3D-Bearbeitungstools ausgestatteten Pablos wurden die Stereoaufnahmen überprüft, das Conforming sowie weitere Korrekturen und die Feinabstimmung vorgenommen.
http://germany.quantel.co.uk/2009/12/quantels-pablo-ermoglichte-di-post-von-camerons-%E2%80%9Eavatar%E2%80%9C/
Das gleiche gilt für die serverbasierte Produktion. Unsere Software sQCut, die ARD-aktuell bei seiner herkömmlichen Nachrichtenproduktion als Editing Client für seine Journalisten einsetzt, gibt es jetzt auch als Stereo 3D-Version. Das Stereo 3D-Material wird in LowRes geschnitten und komplett in HighRes ausgespielt.
Wie war auf der NAB die Resonanz auf die Produkte von Quantel?
Für uns hat sich die NAB als ein voller Erfolg gestaltet; und zwar vom ersten bis zum letzten Tag, der allerdings von der Vulkanwolke überschattet wurde.
Die Präsentation an unserem Stand, wo wir mit dem sQ-System die neuesten Features für den filebasierten Workflow in Stereo 3D vorgeführt haben, ist auf große Resonanz gestoßen. Wir konnten dort nahezu alle Broadcast-Vertreter aus Zentraleuropa begrüßen. Damit befand sich die NAB im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir keine Präsenz gezeigt hatten, wieder deutlich im Aufwind.
Inwieweit reflektiert eine solche Messe die derzeitige Marktlage? Wo liegen derzeit die größten Potenziale?
Die NAB reflektiert durchaus die Marktsituation, denn sofern in den Unternehmen keine Mittel für Investitionen zur Verfügung stehen, besuchen sie auch solche Messen nicht. Generell geht der Trend zu Stereo 3D, weil dort ein neues Potenzial gesehen wird; und zwar nicht nur im Kino, sondern auch zunehmend im Fernsehbereich.
Diese Entwicklung verläuft in Deutschland noch etwas verhalten, weil die Broadcaster derzeit mit der HD-Umstellung beschäftigt sind. Dennoch laufen bei den verschiedenen Sendern bereits die ersten Tests. Für die Fernsehsender, die bereits HD in ihre Systeme implementiert haben, ist Stereo 3D ein heißes Thema. Viele leitende TV-Vertreter haben die NAB besucht, um sich die neuesten Trends anzuschauen. In der Filmindustrie werden mit 3D-Filmen hohe Gewinne erzielt. Das gilt nicht nur für James Camerons „Avatar“, sondern auch für andere Produktionen.
Es sind in verschiedenen Teilbereichen Umsatzzuwächse zu erwarten. Angefangen von den Kameraherstellern, für die sich dadurch ein neues Absatzfeld eröffnet, über den Bereich Postproduktion, im dem auch wir angesiedelt sind, bis hin zur tatsächlichen Abbildung von Stereo 3D. Diese erfolgt nicht nur mit digitalen Projektionssystemen im Kino, sondern auch zunehmend mit 3D-fähigen Flachbildschirmen im Wohnzimmer des Endkunden.

